Geschichte

Geschichte des BC 89 Bottrop aus der Sicht von Klaus Nolde zum 10-jährigen Bestehen

Nach meinem Umzug von Essen-Borbeck nach Bottrop hatte ich zwei Jahre beim PSV Bottrop gespielt, als ich 1988 von der Adolf-Kolping-Schule zur Bonifatiusschule versetzt wurde.

Ende 1988 lasen meine Exfrau und ich zufällig in der Mitgliederliste des Stadtsportbundes, daß die DJK Fernewald u.a. auch Badminton in ihrem Sportangebot aufführte. Wir erkundigten uns bei deren Vorsitzendem und erfuhren, daß freitags von 18-20 Uhr unter dem Übungsleiter Thomas Große-Wilde in der Bonifatiushalle Badminton gespielt würde. Und richtig, als wir am nächsten Freitag die Halle aufsuchten, spielten dort 6 Leute Federball (von Badminton konnte nur in Ansätzen die Rede sein). Mehr konnten auch nicht spielen, denn in den Hallenboden war nur ein Badmintonfeld eingelassen, ein weiteres war durch Schweißnähte angedeutet.

Wir nahmen an dem Training teil, und nach und nach kamen wir mit den anderen Teilnehmern ins Gespräch. Dabei habe ich es wohl verstanden, auch andere davon zu überzeugen, daß Badminton mehr ist als Federball und daß es auch interessant wäre, gegen andere Spieler Wettkämpfe zu bestreiten. Wir fühlten in diesem Sinne beim Vorstand der DJK Fernewald vor, stießen dort aber mit unserem Vorhaben auf Ablehnung, da den Verantwortlichen der Anschluß an den Badminton-Landesverband mit einem zu hohen finanziellen Risiko behaftet schien. Da wir auch in der Folgezeit in diesem Punkt nicht weiterkamen, wuchs in unseren Köpfen immer mehr der Wunsch und schließlich der Entschluß, uns dann eben von der DJK Fernewald abzukapseln und selbst einen unabhängigen Verein mit Anschluß an den Badminton-Landesverband zu gründen.

So kam es schließlich, daß wir am 3.3.89 zur Gründungsversammlung laden konnten, die um 20.30 Uhr in der Gaststätte Milke stattfand. Um sicher zu gehen, daß sich auch genügend Mitglieder zur Vereinsgründung einfinden würden, hatte ich vorsichtshalber noch ein paar Freunde aus alten Borbecker Tagen dazu eingeladen, was sich auch als notwendig erwies, denn so erschienen neun Interessenten zur Gründungsversammlung: Andrea Elias, Rita Broschinski, Thomas Große-Wilde, Horst Heyne, Christine Nolde, Klaus Kornas, Doris Heyne, Dieter Müller und Klaus Nolde.

Am Abend selbst wurde der von mir vorgelegte Satzungsentwurf schnell genehmigt (ich hatte ja auch in solchen Dingen Übung und Erfahrung) und ein erster Vorstand gewählt. Klaus Nolde (1. Vorsitzender und Geschäftsführer), Klaus Kornas (2. Vorsitzender), Thomas Große-Wilde (Sport- und Jugendwart) sowie Christine Nolde (Schatzmeister) wurden die ersten Repräsentanten des Vereins. Größere Diskussionen entstanden nur bei der Namensgebung, denn da standen zwei Vorschläge im Raum: BC 89 Bottrop oder BC Schwarz-Weiß Bottrop. Mit 5:4 Stimmen fiel die Entscheidung schließlich äußerst knapp für BC 89 Bottrop aus. Zum versöhnlichen Ausgleich wurde beschlossen, daß die Vereinsfarben schwarz/weiß sein sollten. Der Anfang war gemacht. In der Folgezeit wurden weitere notwendige Dinge realisiert:

  • Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht;
  • Aufnahme in den Stadtsportbund;
  • Aufnahme in den Badminton-Landesverband;
  • Aufnahme in den Landessportbund;
  • Körperschaftssteuer-Freistellungsbescheid seitens des Finanzamtes;
  • Meldung einer Mannschaft für die Spielsaison 1989/90.

Und die Mannschaft der 1. Saison? In ihr spielten Thomas Große-Wilde, Gerd Markgraf, Horst Heyne und Klaus Nolde bei den Herren sowie Doris Heyne und Anja Sorger bei den Damen. Ersatzweise kamen auch schon Andrea Elias und Klaus Kornas zum Einsatz.

Doch immer noch hatten wir ein Problem. Uns standen als neuem Verein über-haupt keine Hallenzeiten zur Verfügung, auch das Sportamt konnte keine herbeizaubern. In dieser prekären Situation erhielten wir noch einmal Schützenhilfe durch die DJK Fernewald. In einem Schreiben an das Sportamt erklärte sich die DJK Fernewald, vertreten durch ihren Vorsitzenden Josef Kruppa, bereit, die Hallenstunden am Freitagabend an den BC 89 Bottrop abzugeben. Eine wahrhaft uneigennützige, große sportliche Geste, die ich nie vergessen werde.

Die zwei Stunden Training pro Woche (mit diesem Zustand mußten wir über 2 Jahre zufrieden sein) waren zwar wenig, aber immerhin ein Anfang. Wir hatten zwar nach wie vor nur ein reguläres Spielfeld in der Halle, doch es machte den meisten auch Spaß, ohne Markierungslinien einfach nur zu spielen. So stiegen die Mitgliederzahlen trotz dieser Verhältnisse auf 38 am 1.1.90.

Die heute kaum denkbare Situation änderte sich erst, als ich ca. 1 Jahr nach Vereinsgründung im Kollegium der Bonifatiusschule durchsetzen konnte, daß mehr Felder in den Hallenboden eingelassen wurden. Vorher hatte ich eine Schulpartnerschaft BC 89 / Bonifatiusschule eingestielt, die am 31.8.90 besiegelt wurde und mir natürlich gute Argumente für die Umgestaltung des Hallenbodens lieferte.

Sportliche Glanztaten konnten am Anfang mit unserer Mannschaft noch nicht vollbracht werden. Wir waren in den ersten Jahren froh, in der Kreisklasse zu Saisonabschluß immer einen Platz im oberen Tabellendrittel belegen zu Können. An Aufstieg war noch nicht zu denken. Immer gab es 1-2 Mannschaften, die sich in entscheidenden Spielen verstärken konnten, während unser Spielerkader dazu zu klein war. Es zeigte sich schon damals, daß es schwieriger ist, aus der Kreisklasse aufzusteigen als sich in der Kreisliga zu halten. Nach drei Jahren, also zu Saisonbeginn 1992/93, war der Spielerstamm groß genug, um erstmals eine 2.Mannschaft zu den Verbandsspielen zu melden. Die 1. Mannschaft wurde im Frühjahr 1993 wieder nur Dritte, doch diesmal hatte ich einen Antrag beim Spielausschuß auf Aufrücken in die Kreisliga gestellt, dem nach Zurückziehen anderer Mannschaften auch entsprochen werden konnte. Dieser „Aufstieg“ aber hatte Initialwirkung: Zu Beginn der Saison 1993/94 hatten wir nicht nur eine Mannschaft in der Kreisliga, sondern konnten bereits die nächste Mannschaft, die dritte also, zum Spielbetrieb anmelden. Außerdem nahm erstmals eine Jugendmannschaft an den Verbands-spielen teil. Der Erfolg dieser Breite stellte sich bereits zwei Jahre später ein: Am Ende der Saison 1994/95 stiegen die 1.Mannschaft in die Bezirksklasse und die 2. Mannschaft in die Kreisliga auf. Und auch ein Jahr später wurde wieder von Aufstieg geredet: Die „Erste“ hatte den Durchmarsch in die Bezirksliga geschafft, und die Jugendmannschaft war in die Kreisklasse A aufgestiegen. Großen Anteil an diesem Erfolg hatte der engagierte und allseits beliebte Jugendwart des BC 89, Andreas Puszicha, der im November 1995 tödlich verunglückte und im Verein eine große Lücke hinterließ. In dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, kreisen meine Gedanken weniger um sportliche Leistungen als um den menschlichen Verlust, dennoch: auch die „Zweite“ schaffte noch den Aufstieg in die Bezirksklasse, nämlich zum Ende der Saison 1996/97. Zu Saisonbeginn war auch eine 4. Mannschaft gemeldet worden, der zwei Jahre später sogar eine fünfte folgte.

In der Saison 1998/99 gelang der 1. Mannschaft nach einer an Spannung nicht zu überbietenden Meisterschaft der Aufstieg in die Landesliga.

„Sport knüpft Kontakte“. Unter diesem Motto wurde 1992 beschlossen, auch Veranstaltungen außerhalb der Verbandsspiele durchzuführen. So richteten wir in diesem Jahr erstmals unser Einladungsturnier aus, zu dem ab 1993 auch Vereine aus den neuen Bundesländern begrüßt werden konnten. Mittlerweile hat dieses Turnier schon Tradition und ist zu einer festen Einrichtung im Vereinsleben des BC 89 geworden.

Ebenfalls schon einen festen Platz hat unser Doppelturnier, das wir in den vergangenen vier Jahren immer zur Jahreswende ausrichteten und auf das unerwartet große Resonanz stieß. Die vielen Kreis-, Bezirks-, Verbands- und NRW-Ranglisten, die wir in den letzten Jahren zur Verbesserung unseres Etats ausrichteten, kann ich gar nicht mehr alle aufzählen. Aufzählen kann und will ich an dieser Stelle auch nicht die Erfolge, die unsere Aktiven bei zahlreichen überregionalen Turnieren verzeichnen konnten; die Zahl ist mittlerweile für einen kurzen Rückblick zu groß geworden.

Schließen will ich meinen Rückblick mit ein paar ganz persönlichen Bemerkungen. Es mag bei meinen Ausführungen vieleicht der Eindruck entstehen, als sei ich der „Motor“ des BC 89 gewesen. Das war sicherlich auch teilweise so, vor allem in den ersten Jahren des Bestehens. Nur: Als „Einzelkämpfer“ habe ich mich eigentlich nie gesehen. Immer waren Mitstreiter zur Stelle, die mithalfen, meine und ihre eigenen Ideen und Vorstellungen miteinander abzustimmen und zu verwirklichen. Im Laufe der Jahre wuchs die Zahl derer, die aktiv dazu beitrugen, daß der BC 89 innerhalb von nur 10 Jahren zu dem geworden ist, was er heute darstellt. Vor allem diesen vorwiegend jungen Leuten, die zum einen durch konstruktive Kritik, zum anderen durch selbstlosen und zeitaufwendigen Einsatz für die Belange des Vereins immer wieder für Veränderungen positiver Art sorgen, möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich danken. Denn erst dieser Umstand hat es mir möglich gemacht, diese Rückschau so überwiegend positiv zu gestalten. Laßt Euch dazu ermutigen, in diesem Sinne weiterzumachen und dabei womöglich auch mal kleinere Rückschläge einzustecken. Wenn uns das gemeinsam gelingt, braucht uns ganz sicher auch vor der Zukunft nicht bange zu sein. (KN)

© 1999 BC 89